Vier Arten der Prozessautomatisierung.
Die Geschäftsprozessautomatisierung umfasst verschiedene Arten bzw. Methoden, wobei jede Methode ihre spezifischen Anwendungsgebiete und Vorteile hat. Viele Unternehmen setzen daher auf eine Kombination der unterschiedlichen Prozessautomatisierungsarten.
Robotic Process Automation (RPA).
Robotic Process Automation ist im Endeffekt die „klassische“ regelbasierte Prozessautomatisierung. Sie hat nichts mit Roboterarmen in Produktionsanlagen zu tun, sondern imitiert bzw. simuliert menschliche Interaktionen mit digitalen Systemen.
Hierbei übernehmen Roboter – „Bots“ – rein auf Regeln basierende, sich wiederholende Aufgaben wie das Kopieren und Übertragen von Daten, die Eingabe von Benutzerdaten o.ä. Ein Bot agiert hierbei nicht „intelligent“, er führt ausschließlich Aufgaben aus, die sich aus einer bestimmten Bedingung heraus ergeben.
Workflow-Automatisierung.
Bei der Workflow-Automatisierung werden ganze Prozessketten und Arbeitsabläufe inklusive festgelegter Zuständigkeiten abgebildet. Sie eignet sich daher besonders gut für mehrstufige, hierarchisch strukturierte Abläufe, die auch Entscheidungen und Freigaben beinhalten. Dies kann zum Beispiel ein Urlaubsantrag sein, der im HR-System gestellt und zur Freigabe an den Vorgesetzten gesendet wird.
Workflow-Automatisierungen werden häufig mit BPMN (Business Process Model and Notation) modelliert, das heißt, dass der Arbeitsablauf mittels einer Flowchart abgebildet wird, hinter deren Komponenten und Verbindungen „echte“ Prozesse und automatisierte Aktionen liegen.
Digitale Prozessautomatisierung (DPA).
Digitale Prozessautomatisierung erweitert das Konzept der RPA, indem sie abseits einer simplen Prozessautomatisierung auch komplexere Automatisierungsaufgaben unterstützt.
DPA zielt darauf ab, End-to-End-Prozesse zu automatisieren, also einen Prozess in seiner Gesamtheit von Anfang bis Ende abzubilden. Um dies zu realisieren, müssen mehrere Technologien, Schnittstellen (APIs), Anwendungen und Tools nahtlos miteinander interagieren können.
Ein typisches Beispiel ist ein Bestellvorgang in einem Online-Shop. Mit einer Bestellung wird nicht nur eine automatische Bestellbestätigung ausgelöst. Es werden die Zahlung durchgeführt, der Versand angestoßen, der Lagerbestand aktualisiert, der Kunde über den Stand der Bestellung informiert, die Rechnung erstellt, Rechnungsinformationen an die Buchhaltung weitergeleitet und vieles mehr.
Intelligente Prozessautomatisierung (IPA).
Intelligente Prozessautomatisierung (IPA) kombiniert Robotic Process Automation (RPA) mit künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen (ML). So kann sie nicht nur regelbasierte Aufgaben automatisieren, sondern auch Prozesse, die Entscheidungen erfordern, welche auf unstrukturierten Daten und komplexen Interaktionen basieren. IPA „denkt“ also mit und befolgt, anders als RPA, nicht nur Regeln. Ein typisches Beispiel ist ein Chatbot im Kundenservice.
IPA-Systeme sind in der Lage, Muster zu erkennen, aus vergangenen Aktionen zu lernen, ihre Leistung im Laufe der Zeit zu verbessern und zunehmend komplexere Aufgaben zu übernehmen.