Risiken und Probleme der traditionellen EDI-Migration.
Traditionelle EDI-Migrationsprozesse stehen vor mehreren Herausforderungen. Ein zentrales Problem stellt oft das Nichtvorhandensein aktueller und klar verständlicher Mapping-Spezifikationen dar. Dies führt dazu, dass die Mappings auf Basis der Schnittstellenbeschreibungen der Kunden und/oder einer limitierten Anzahl produktiv ausgetauschter Daten erstellt werden. Insofern die Beschreibungen vorliegen, können diese sehr umfangreich und unnötig aufwändig zu implementieren sein, da nur Teile daraus tatsächlich für das eigene Geschäft relevant sind.
Bei einer Implementierung, die sich ausschließlich auf einzelne Datensätze stützt, bleiben Sonderfälle, wie spezielle Zu- oder Abschläge in Rechnungen oder ungewöhnliche Verpackungsarten in Lieferscheinen, oft unberücksichtigt. Die Folgen reichen von zusätzlichen IT-Kosten über Zahlungsverzug bis hin zu einem Produktionsstillstand beim Kunden.
Eine weitere Herausforderung ist der isolierte Ansatz, bei dem die Schnittstellen einzeln analysiert und implementiert werden, ohne Gemeinsamkeiten zu erkennen. Dieser Prozess bietet keine Einsicht in die Homogenität oder Heterogenität, den Umfang oder die Komplexität der Schnittstellen, was eine realistische Aufwandsschätzung erschwert und zu einem planlosen Vorgehen bei der Implementierung führt.
Die Qualitätssicherung wird, ähnlich dem Vorgehen bei der Implementierung, auf Basis weniger Datensätze durchgeführt. Entsprechend ist auch das zu erwartende Ergebnis: das Risiko, dass nicht alle Szenarien abgedeckt werden. Zusätzlich wird oft der Fachbereich in den Prozess der Qualitätssicherung mit einbezogen. Dies bedeutet, dass Mitarbeiter aus ihren regulären Aufgaben abgezogen werden, um an der Erstellung der EDI-Tests teilzunehmen. Der Einbezug des Fachbereichs kann zwar zur Genauigkeit beitragen, jedoch bindet er wertvolle Ressourcen und erhöht den Gesamtaufwand des Migrationsprojektes.