Was ist der Unterschied zwischen ETL und ELT? Vor- und Nachteile.
Neben dem offensichtlichsten Unterschied – dem Zeitpunkt der Transformation der Daten vor dem Laden oder danach – gibt es noch weitere Unterschiede zwischen ELT und ETL, die sich aus den Vor- bzw. Nachteilen beider Methoden ergeben.
Datenmenge.
ETL bietet sich für kleinere Datenmengen an, die strukturiert vorliegen, da große Datenmengen bei der Umwandlung enorm viel Rechenleistung benötigen und den Datenintegrationsprozess verlangsamen können. Dies kann ebenso dazu führen, dass Daten nach der Aufbereitung zwar fehlerfrei und konsistent, aber schon längst wieder veraltet sind, da sich der Datensatz im Quellsystem zwischenzeitlich schon wieder geändert hat.
ELT ist also wesentlich besser geeignet für Big Data, die als unstrukturierte oder nur wenig strukturierte Rohdaten vorliegen. Dadurch, dass keine Vor-Transformation stattfindet, können sie verhältnismäßig schnell in das Zielsystem geladen werden. Auch die Umwandlung selbst erfolgt effizient, da nicht alle hochgeladenen Daten auf einmal verarbeitet werden müssen, sondern nur bestimmte Datensätze, die gerade für die Analyse benötigt werden.
Datenqualität.
In Bezug auf die Qualität der Daten hat ETL gegenüber ELT den klaren Vorteil, dass die gespeicherten Datensätze bereits sauber und fehlerfrei sind sowie in einem konsistenten Format vorliegen. Dies ist gerade für Prozesse wichtig, die beispielsweise Kundendaten, Bestellmengen, Lagerbestände, Zahlungsdaten o.ä. integrieren müssen, wo die Korrektheit der Daten unerlässlich ist.
Bei ELT hingegen gibt es keine Kontrolle über die Datenqualität, die durchaus schlecht und fehlerbehaftet sein kann, da die Daten roh geladen werden. Dies macht auch das Datenmanagement sehr komplex und aufwändig. Allerdings bleiben dafür die Rohdaten im Originalzustand erhalten, was wiederum für die benötigte Transparenz in Audits von Vorteil sein kann.
Performance.
Nimmt man Rechenleistung und Systemlast als Vergleichsgrundlage für die Performance, dann ist ELT der klare Sieger. ELT ist schneller, da die Daten ohne Transformation geladen werden und auch keine Zwischenschritte wie Staging-Server benötigen, die dafür sorgen, dass die Daten trotz langsamer Umwandlung aktuell bleiben (wie es bei ETL oft der Fall ist).
Zudem ist ETL abhängig von der Leistung des verwendeten Tools bzw. des ETL-Servers, auf dem die Software läuft, während ELT die volle Rechenleistung moderner Cloud-Systeme nutzen kann.
Skalierbarkeit & Flexibilität.
ETL gilt als starr und wenig flexibel, da die Transformation der Daten außerhalb des Zielsystems stattfindet, was bedeutet, dass die komplette Datenmenge nach vorgegebenen Logiken und Regeln transformiert werden muss.
ELT bietet mehr Flexibilität in der Anwendung, da man nur bestimmte Datensätze nach bestimmten Vorgaben transformieren kann. Auch Ad-hoc-Analysen für einen bestimmten, klar definierten Zweck sind möglich. Durch die Auslagerung der Systemlast und der Datenspeicherung in die Cloud ist ELT außerdem beliebig skalierbar.