Auf die richtige Balance kommt es an: Strategien für die Modernisierung von Legacy-Systemen.
Trotz der offensichtlichen Nachteile ist die Instandhaltung von Legacy-Systemen oft weniger eine Wahl als eine Notwendigkeit. Die Herausforderung für Unternehmen besteht darin, Wege zu finden, wie sie mit diesen Systemen umgehen können – ohne dass kritische Geschäftsprozesse zum Erliegen kommen. Komplette Migration auf ein Neusystem? Teilweise Modernisierung? Diese Entscheidung zu treffen bedeutet sorgfältige Planung im Voraus.
Bestandsaufnahme und Bewertung der IT-Landschaft.
Der erste Schritt ist dabei die Bewertung des Status Quo. Denn die richtige Balance zwischen einer Modernisierung der IT-Landschaft und der Bewahrung und Integration wichtiger Altsysteme zu finden, erfordert eine genaue Kenntnis ihrer Rolle innerhalb der Unternehmensprozesse. Zusätzlich zu einer Analyse der Auswirkungen, falls ein Legacy System oder eine Legacy Software nicht modernisiert wird.
Dabei sollten sich Unternehmen folgende Fragen stellen:
- Welche Legacy Software und Systeme verwende ich in meinem Unternehmen?
- Welche Geschäftsprozesse sowie andere Anwendungen und Systeme hängen von den alten Systemen ab?
- Wie verzahnt sind die Altsysteme in der gesamten Infrastruktur? Kann ich vielleicht einzelne Komponenten leichter modernisieren und/oder ersetzen als andere?
- Welche Funktionen übernehmen die alten Systeme momentan?
- Welche Kosten und personellen Ressourcen benötigen sie für Betrieb und Wartung?
- Wie effizient arbeiten die Systeme und wie performant sind sie?
- Welche Risiken und Einschränkungen bringen sie mit sich? Ist beispielsweise die IT-Sicherheit so beeinträchtigt, dass sie nicht mehr zu rechtfertigen sind?
Letztlich geht es also um eine detaillierte Kosten-Nutzen-Risiko-Rechnung, die passend zum System individuell erstellt werden muss, bevor die zugehörige Modernisierungsstrategie definiert wird.
Schrittweise Migration und Modernisierung.
Statt alle Systeme in einem Zug zu ersetzen, können sie teilweise migriert oder schrittweise modernisiert werden. Für viele Unternehmen kann dies eine praktikable und vor allem risikoarme Lösung darstellen.
Wenn die einzelnen Systemkomponenten Stück für Stück erneuert werden, entzerrt das den Übergang und verringert das Risiko für Ausfälle oder Bottlenecks.
So ist genug Zeit, Schnittstellen zu entwickeln und Integrationen zu optimieren. Kritische Funktionen können dabei so lange beibehalten werden wie nötig, um die Funktionalität zu jeder Zeit zu gewährleisten.
Legacy-Integration via Cloud als echte Alternative.
Der Trend in die Cloud ist bei Weitem nicht neu und auch die Integration von Daten aus verschiedenen Systemen wird von Unternehmen zunehmend mithilfe von Cloud-Lösungen umgesetzt.
Cloudbasierte Integrationsplattformen (iPaaS) sind äußerst flexibel und schaffen einen echten Mehrwert: Sie bieten die Möglichkeit, Legacy Systeme über Programmierschnittstellen (APIs) an die existierende IT-Infrastruktur anzubinden und zu integrieren. Dadurch kann die Notwendigkeit entfallen, alte Systeme, Anwendungen und Technologien komplett zu ersetzen.
Zudem ermöglicht die Cloud-Integration, mit geringem Aufwand einzelne Funktionen und Prozesse auszulagern. Dies reduziert Abhängigkeiten und eliminiert Datensilos. Einzelne Prozesse oder Systemteile können nach und nach in die Cloud ausgelagert werden – ohne Ausfallrisiko oder Ressourcen-Engpässe.